Computer & Technik

Smarte Diebstahlsicherung für das Fahrrad

Es dauert in der Regel nur wenige Sekunden: Fahrraddiebstahl ist in Deutschland ein Problem, welches jährlich Schäden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht. Mit insect hat ein Rostocker Start-up eine innovative Diebstahlsicherung für das Fahrrad entwickelt, die mit einer smarten Mischung aus Alarmsystem, Peilsender und vernetzter Zusammenarbeit Fahrradbesitzer sowohl bei der Verhinderung von Diebstählen als auch beim Wiederfinden der Räder so umfassend unterstützt wie keine Diebstahlsicherung vor ihr.

335.000 gestohlene Fahrräder pro Jahr

Smarte Diebstahlsicherung für das Fahrrad
insect wird fest mit dem Rahmen verschraubt und ist der "Wächter" für das Fahrrad

Fahrraddiebstahl gilt gern mal als Kavaliersdelikt, dabei ist der dadurch verursachte Schaden immens. 2015 wurden bundesweit über 335.000 Fahrräder gestohlen, der Gesamtschaden belief sich auf 160 Millionen Euro. Da der Durchschnittspreis der in Deutschland verkauften Fahrräder in den letzten Jahren gestiegen ist und die teuren E-Bikes und Pedelecs Dieben einen zusätzlichen finanziellen Reiz bieten, wird sich an diesen hohen Zahlen in naher Zukunft wohl kaum etwas ändern. Für die Betroffenen ist der Verlust aber mehr als bloß eine finanzielle Angelegenheit: emotionaler Stress, die plötzlich abhandengekommene Mobilität und ein Gefühl der Unsicherheit machen Fahrraddiebstähle auch zu einer psychischen Belastung.

Mit etwa neun Prozent fällt die Aufklärungsrate bei Fahrraddiebstählen äußerst mager aus. In Großstädten wie Hamburg oder Berlin liegt sie sogar nur bei vier Prozent. Stadtstaaten sind - wie nicht anders zu erwarten - auch in dieser Kriminalitätsstatistik weit oben. Die meisten Fahrraddiebstähle gab es mit 32.000 gestohlenen Rädern in Berlin. An der Gesamtbevölkerungszahl gemessen ist Bremen unter den Bundesländern Spitzenreiter; die Wahrscheinlichkeit, dass das Rad entwendet wird, ist hier mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Tipps zum Schutz vor Dieben

Egal ob im Café oder unterwegs: immer ein sicheres Gefühl
Egal ob im Café oder unterwegs: immer ein sicheres Gefühl

Nicht immer lässt sich das Fahrrad absolut diebstahlsicher abstellen oder abschließen. Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten, Fahrraddieben das Leben so schwer wie möglich zu machen. Sein Fahrrad im Keller oder in einem Schuppen abzustellen bietet gleich doppelte Sicherheit: Zum einen sind solche Orte besser vor Dieben geschützt, zum anderen decken viele Hausratsversicherungen die durch Fahrraddiebstahl entstandenen Schäden nur dann ab, wenn das Rad von einem solchen Ort entwendet wurde.

Da nicht immer eine solche Abstellmöglichkeit vorhanden ist, sollten Fahrradschlösser verwendet werden. Auch wenn Falt- und Bügelschlösser keine absolute Sicherheit bieten können, stellen sie Fahrraddiebe doch vor eine schwierige Aufgabe. Da die meisten Fahrraddiebstähle nur wenige Sekunden dauern und die Diebe erfolglose Versuche in der Regel nach drei Minuten abbrechen, kann es schon ausreichen, wenn ein Schloss den Dieb nur lange genug beschäftigt.

Nicht zuletzt liegt es aber auch in der Verantwortung aller, Fahrraddiebstahl für die Diebe so unrentabel wie möglich zu machen. Deshalb gilt: beim Fahrradkauf nach eindeutigen Rechnungen verlangen und beim Verdacht, dass es sich dabei um ein gestohlenes Fahrrad handeln könnte, lieber vom Erwerb absehen.

Insect - die erste communitybasierte Diebstahlsicherung für das Fahrrad

Alarmhinweise per App erhalten
Alarmhinweise per App erhalten

Das Rostocker Start-up Fahrradjäger setzt sich mit insect ein hohes Ziel: In Zukunft soll kein Fahrrad mehr gestohlen werden - und wenn doch, so sollte man es schnellstmöglich wiederfinden können. Was insect so innovativ macht, ist die Kombination aus Technik und einer eng zusammenarbeitenden Community - den Fahrradjägern.

Das Gerät selbst ist nicht größer als ein USB-Stick und wird einfach am Rahmen angebracht. Dank einer Mischung aus Edelstahl und glasfaserverstärktem Industriekunststoff kann der Dieb es nicht so einfach entfernen. insect funktioniert sowohl als Alarmsystem als auch als Peilsender: Wenn sich ein Dieb dem Fahrrad nähert, ertönt ein Alarm (100 Dezibel). Gleichzeitig wird der Besitzer des Rades via App über den Vorfall informiert. Dank Bluetooth-4.0-Technologie funktioniert dies in einem Umkreis von 100 Metern - eine Entfernung, in der 91 Prozent aller Fahrraddiebstähle stattfinden.

Doch was, wenn man sich in einer größeren Entfernung zum Fahrrad aufhält? Hier kommt die Community der Fahrradjäger ins Spiel. Wenn sich der Besitzer nicht in der Nähe des Fahrrads aufhält, werden andere Fahrradjäger in der Umgebung alarmiert und können die Nachricht an ihn weiterleiten. Selbst wenn es der Dieb schafft, mit seiner Beute zu entkommen, kann der Standort des Rades ermittelt werden, wenn sich ein Fahrradjäger samt App in der Nähe befindet. So hilft sich die Community gegenseitig und macht es Fahrraddieben viel schwerer, ihr kriminelles Handwerk zu verrichten.

Insect wurde aufgrund seiner innovativen Idee bereits mehrfach ausgezeichnet; unter anderem verlieh die "Auto Bild" den Rostockern den Connected Car Award in der Kategorie New Mobility.

Empfehlungen