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BEWERBUNG UNTERNEHMENSBERATUNG Bewerbung bei einer Unternehmensberatung: Worauf ist zu achten?

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Interview mit Janis Steinfort, der als Junior-Consultant bei der Unternehmensberatung Struktur Management Partner GmbH anfing. Er erklärt u. a. , worauf bei der Bewerbung bei einer Unternehmensberatung zu achten ist.

Der Weg zum Junior-Consultant

Herr Steinfort, nach Ihrem Studium der VWL an der Universität zu Köln vor fast zwei Jahren haben Sie eine Stelle als Junior-Consultant gesucht und sind bei Struktur Management Partner in die Unternehmensberatung eingestiegen. Nach eineinhalb Jahren wurden Sie zum Senior Consultant befördert und haben jetzt bereits Ihr erstes Kundenprojekt geleitet. Es macht Ihnen also noch Spaß?

Steinfort: Mehr denn je! (lacht)

Wollten Sie schon immer Unternehmensberater werden oder haben Sie ein Praktikum in einer Unternehmensberatung gemacht?

Steinfort: Ganz im Gegenteil. Aufgrund meiner Erfahrungen im Studium und zahlreicher Praktika bei zwei Geschäftsbanken, im Investmentbanking und einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft war ich ziemlich fixiert auf die Finanzbranche.

Wie kam es dann dazu, dass Sie eine ganz andere Richtung genommen haben?

Steinfort: Ich habe beim Absolventenkongress in Köln gezielt nach Unternehmen gesucht, die mir in der Finanzbranche die Möglichkeit bieten, wirklich aktiv mitzugestalten, etwas real zu bewegen, nicht nur ein kleines Rad in einem großen Getriebe zu sein. Interessanterweise habe ich das in der Finanzbranche nicht gefunden. Stattdessen kam Struktur Management Partner auf mich zu und erzählte ihre Geschichte, bei der ich mir sagte: "Komisch, genau das, was ich suche, aber bislang nicht gefunden habe." Außerdem erfolgte die Ansprache durch Struktur Management Partner auf eine angenehm "merk-würdige" Weise.

Wie kann man sich das vorstellen?

Steinfort: Egal, ob ich mit dem Personalleiter, zwei Beratern im Vorstellungsgespräch, der Kollegin im HR am Telefon oder am Ende mit einem der Partner gesprochen habe: Jedes Gespräch war individuell, wertschätzend, dennoch fordernd und immer angenehm. Das hat mir im positiven Sinne sehr zu denken gegeben. Unser Partner Felix Schwabedal hat mich zum Beispiel im Vorstellungsgespräch für die Stelle als Junior-Consultant aufgefordert, Bullshit-Bingo zu spielen, zu benennen, was mich interessiert oder stört, und er hat einfach seine Sicht der Dinge dazu dargestellt und nicht drumherumgeredet. Ich empfand und finde: Die/wir ticken anders. Hoch professionell in der operativen Arbeit und menschlich sehr angenehm.

Okay, Struktur Management Partner hat sich Ihnen gegenüber gut verkauft. Aber können Sie nun tatsächlich gestalten?

Steinfort: Mehr denn je! (lacht abermals) Wir sind ja eine Mittelstandsberatungsgesellschaft und helfen Unternehmen, aus der Krise herauszukommen oder noch besser zu werden und Krisen zu verhindern. Mittelstand heißt, die Finanzwirtschaft ist zwar komplex, aber ich bin nah an Produkt, Markt und Wertschöpfung. Mithin ist das der Grund, warum auch wir Junior-Consultants im Laufe der Zeit alles sehen, in allen Bereichen mitarbeiten können und dann dort schwerpunktmäßig arbeiten, wo es uns am meisten Spaß macht und wir gut sind. Ich habe in nicht zwei Jahren inzwischen fünf Analysen und drei Realisierungen mitgemacht und sogar bereits ein Projekt leiten dürfen. Die Lernkurve ist und bleibt unheimlich steil.

Über Karneval hatte ich eine Woche Urlaub. Als ich nach diesem Urlaub zurück auf mein Projekt fuhr, dachte ich mir: "Hey, ich habe richtig Lust auf die anstehenden Wochen und meine Arbeit". Kann es eine bessere Bestätigung geben?

Schnell zu großer Verantwortung

Als Senior Consultant bereits Projektleiter?

Steinfort: Genau. Typischerweise haben bei uns die Manager die Projektleitung inne. Es gilt aber der Grundsatz, dass nicht die hierarchische Position entscheidet, wer die Projektleitung bekommt, sondern wer in spezifischen Konstellationen die besten Voraussetzungen mitbringt und daran wachsen soll. Deshalb sind auch unsere Manager keine Leute mit grauen Haaren, sondern meist keine 30 Jahre alt, wenn sie zum Project Manager befördert werden. Bei der Themendichte kommt die Erfahrung und Kompetenz tatsächlich viel schneller, als ich es aus dem Studium kenne. Wir sind quasi eine Art Know-how-Beschleuniger – echt cool.

Sie tragen also auch als junger Mensch schon ziemlich viel Verantwortung? Können Sie gut schlafen? Billigt man Ihnen auf Kundenseite diese Rolle überhaupt zu?

Steinfort: Besser denn je! (muss wieder lachen) Ich kann es nicht ändern, aber es ist wirklich so: Anders als in normalen Beratungen folgt es bei uns Schlag auf Schlag. Ein komplettes Sanierungskonzept erarbeiten wir in vier bis acht Wochen. Wir verteidigen es vor dem Kunden und den Stakeholdern und setzen es dann in der Realisierung um. Das heißt: Wir konnten unseren Beitrag dazu leisten, das Unternehmen in den ersten Wochen vor der Insolvenz zu bewahren, haben Geschäftsmodelle analysiert und weiterentwickelt, die Finanzierung sichergestellt, das Produktportfolio bereinigt und die Kernprozesse des Unternehmens optimiert.

Das machen wir einfach, es passiert, wir bewegen es. Da ich den Erfolg aus unseren Handlungen sehe, habe ich auch kein Problem mit der Verantwortung. Und unsere Kunden sehen auch, dass es plötzlich ganz schnell nach vorne geht. Es hört sich komisch an, aber mit mangelnder Akzeptanz hatte ich noch nie ein Problem. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn die Qualität stimmt, dann hat niemand ein Problem. Dann ist es auch egal,
ob man 50, 30, 20, Junior-Consultant, Partner oder Praktikant ist.

Bewerbung bei einer Unternehmensberatung

Und kulturell? Haben sich da Ihre Erwartungen erfüllt?

Steinfort: Ich bin ehrlich, ich war am Anfang sehr skeptisch, ob meine Erwartungen, welche im Bewerbungsprozess geschürt worden sind, auch gehalten werden können. Tatsächlich wurden sie jedoch übertroffen. Wenn ich mir zum Beispiel anschaue, wie unsere Partner arbeiten: Die packen in der Projektarbeit selbst mit an. Wenn Not am Mann ist, exceln die noch selbst mit. Außerdem ist der Zusammenhalt in der Mannschaft außergewöhnlich. Mit einigen Kollegen habe ich auch privat mittlerweile viel zu tun, Egotrips gibt es bei uns nicht – beziehungsweise habe ich noch nicht mitbekommen.

Herr Steinfort, Hand aufs Herz, gibt es auch etwas, was Sie bei Struktur Management Partner stört oder was Sie nicht so gut finden?

Steinfort: (abermals lachend) Bestimmt, das gibt es doch immer. Hätten Sie mich vor ein paar Monaten gefragt, hätte ich auch direkt zwei Themen benennen können – heute fällt mir eigentlich nichts mehr aus dem Bauch heraus ein.

Wie meinen Sie das?

Steinfort: In unserem Rollenmodell bis Herbst letzten Jahres gab es zwar eine Hierarchieleiter und eine Skillmatrix für alle Positionen. Wie ich aber konkret die nächste Stufe erreichen konnte, blieb aus Sicht des Einzelnen manchmal vage. Das wurde letztes Jahr in einem transparenten Rollenmodell nachgeschärft, das klar und einfach ist. Meine Kollegen/innen und ich sind jetzt gespannt, wie es praktisch gelebt wird und ob es berechenbarer wird. Ich sehe da zuversichtlich auf die anstehenden Personalentwicklungsgespräche – schauen wir mal. (lacht abermals)

Außerdem hatten wir bei Struktur Management Partner grundsätzlich die Fünf-Tage-Woche beim Kunden vor Ort. Das war schon nervig. Anstatt freitagabends mit Freunden unterwegs zu sein, hing ich dann oft in der verspäteten Bahn oder am geschlossenen Gate herum. Das habe ich so wie viele andere auch bei der letzten Mitarbeiterbefragung zum Ausdruck gebracht. Wir alle waren sehr positiv überrascht, als es in diesem Jahr angepasst wurde. Jetzt entscheidet der Projektleiter, in Abstimmung mit Kunde und Partner, ob das Team oder Einzelne freitags remote von zu Hause aus arbeiten können. Was soll ich sagen? Hauptgewinn!

Weitere Informationen zur Struktur Management Partner GmbH sind hier zu finden.