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MANUEL GONZALEZ Manuel Gonzalez: "So machen Sie sich mit Ihrer Leidenschaft selbstständig!"

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Manuel Gonzalez fragt: "Wann war das letzte Mal, dass Sie sich morgens auf den Arbeitstag gefreut haben, weil Sie dort ihre Leidenschaften ausleben und etwas tun konnten, was Sie so richtig erfüllt? Gestern? Letzte Woche? Letztes Jahr? Noch nie?" Immer mehr Menschen realisieren, dass ihnen ihr Job nicht das gibt, was sie sich einst gewünscht haben (oder was ihnen damals versprochen wurde).

Coaching-Experte Manuel Gonzalez gibt Tipps, wie der Schritt in die Selbstständigkeit gelingt

Manchmal ist es der Vorgesetzte und manchmal sind es die unsinnigen Regeln und Routinen der Bürowelt. Meistens fehlt aber dieses grundlegende Gefühl der "Sinnhaftigkeit", was dazu führt, dass immer mehr Menschen auf der Suche nach einer Alternative zum herkömmlichen Angestelltenverhältnis sind.

Da liegt eine Selbstständigkeit oft nicht fern. Schließlich ist das der wahrscheinlich direkteste Weg, die eigenen Ideen real werden zu lassen, gutes Geld zu verdienen und das eigene Leben genau so zu gestalten, wie man es selbst gern möchte. Zumindest in der Theorie. Aber funktioniert das wirklich? Oder arbeitet man als eigener Chef doch nur "selbst" und das "ständig"?

Der Coaching-Experte Manuel Gonzalez klärt im folgenden Artikel auf und fasst die drei Schritte zusammen, mit denen man seine Leidenschaft leben und die häufigsten Stolpersteine auf dem Weg in die Selbstständigkeit vermeiden kann.

Schritt 1: Das richtige Geschäftsmodell

Im Grunde gibt es zwei Optionen, um als Selbstständiger Geld zu verdienen. Die erste Option sind Produkte. Zum Beispiel Stifte, Tische oder auch E-Books, Videokurse und Software. Sprich: alles, was erst erstellt werden muss, bevor man es verkaufen kann.

Laut Manuel Gonzalez stellt das bereits bei vielen die erste Hürde dar. Denn für die Entwicklung und Erstellung eines Produktes braucht man nicht nur viel Zeit: Man muss vor allem auch oft tief in die eigene Tasche greifen. Geld zu investieren, lange bevor man die ersten Kunden gewinnt, birgt oft ein großes Risiko.

"Um unnötiges Risiko zu vermeiden, würde ich angehenden Selbstständigen deshalb auch zur zweiten Option raten. Die besteht darin, das Wissen zu verkaufen, das sie bereits haben. Zum Beispiel in Form von Coaching, Beratung oder Dienstleistungen. So sparen sie nicht nur Zeit, sondern meiden auch das Risiko, ein Angebot am Markt vorbei zu produzieren und Geld und wertvolle Zeit zu verlieren."

Der grundlegende Gedanke von der zweiten Option sei, dass jeder Mensch Wissen oder Fähigkeiten hat, von denen andere Menschen ernsthaft profitieren können (auch wenn diese Ressourcen oft erst nicht offensichtlich sind). "Ich bin zum Beispiel ein extrovertierter, offener Typ und habe früher anderen Männern als Coach dabei geholfen, aus sich herauszukommen und Frauen kennenzulernen. Im Alltag mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen, war für mich selbstverständlich, aber für schüchterne Kerle waren meine Einstellung und meine Ansätze fast eine Offenbarung."

Laut Manuel Gonzalez braucht man als Coach in der Regel auch keinesfalls ein Diplom oder Zertifikat. "Worauf es wirklich ankommt, ist, dass man seinen Klienten einige Schritte voraus ist und das Problem, das sie gerade durchleben, lösen kann."

Wenn man seine Leidenschaft übrigens schon gefunden hat, wäre das eine sehr gute Grundlage für eine Tätigkeit als Coach. Allein würde sie aber nicht ausreichen, um sich nachhaltig etwas aufzubauen und davon zu leben. Man müsse darüber hinaus genau wissen, wem man mit seinem Herzensthema helfen kann. Diese Frage greift Manuel Gonzalez in seinem zweiten Schritt auf.

Schritt 2: Die Nische

Sobald man etwas gefunden hat, womit man anderen Menschen helfen (also "coachen ) kann, sollte man laut Manuel Gonzalez unbedingt den folgenden Fehler vermeiden: "Die meisten angehenden Coaches oder Berater denken, dass sie jedem helfen können. Und das hindert sie ironischerweise daran, überhaupt Klienten zu bekommen." Die sogenannte Nische fehlt. Also eine abgesteckte Gruppe von Menschen, die vom Wissen und den Erfahrungen des Coaches profitieren könnte.

Diese Gruppe solle im Idealfall aus Menschen bestehen, mit denen man sich schon auskennt: Also zum Beispiel aus den Menschen, die jetzt genau vor dem Problem oder der Aufgabe stehen, die man vielleicht bereits gelöst hat. "Je klarer Ihnen ist, wen Sie mit ihrem Angebot ansprechen, desto besser können Sie ein Angebot entwickeln, das auch auf Nachfrage stößt."

Sobald man seine Nische kennt, gehe es erst mal darum, herauszufinden, was diese Menschen wirklich wollen. Nur durch umfangreiches Verständnis für die Situation des Kunden könne man im nächsten Schritt sicherstellen, dass ein Coaching auch gekauft wird und man seinem Kunden helfen kann, seine Herausforderung bestmöglich zu lösen.

"Was hält Ihren Kunden nachts wach? Was sind die Ängste, Probleme und Träume dieser Menschen? Und was hält sie davon ab, ihre Ziele zu erreichen? Fragen Sie einfach nach! Zum Beispiel in Ihrem persönlichen Umfeld. Oder recherchieren Sie online. Mittlerweile gibt es unzählige Facebook-Gruppen, in denen Sie ganz einfach mit Ihrer Nische in Kontakt kommen können."

Schritt 3: Das erste Angebot erstellen

Sobald man sicher ist, dass es Menschen gibt, die Interesse an der eigenen Lösung haben, kann man laut Manuel Gonzalez ein erstes Angebot entwickeln und direkt Kunden gewinnen. Dabei sollte das Coaching oder die Dienstleistung zunächst so simpel wie möglich sein. Schließlich wird man nicht für seine Zeit, sondern für die Ergebnisse bezahlt, die Klienten mit dem Coach gemeinsam erzielen.

"Spezialisieren Sie Ihr Angebot auf die ein bis drei größten Herausforderungen Ihrer Interessenten. So können Sie unmittelbar die ersten Testkunden aufnehmen, die Ihnen dann Feedback zum Angebot und Ihrer Zusammenarbeit geben. Und wenn Sie gut sind, dann werden Sie vielleicht auch direkt von Ihren Testkunden an andere weiterempfohlen", so Gonzalez.

Übrigens lassen sich Dienstleistungen wie Coachings und Beratungen mittlerweile komplett online erbringen. Gonzalez ergänzt: "Wenn Sie Menschen beim Abnehmen helfen, müssen Sie nicht mehr mit Ihrem Klienten ins Fitnessstudio gehen. Trainings- und Ernährungspläne lassen sich wunderbar im Dialog erstellen. Zum Beispiel via Skype oder am Telefon. Dabei ist es Ihnen überlassen, ob Sie von zu Hause oder von Ihrem Lieblingscafé aus arbeiten wollen. Alles, was Sie brauchen, ist ein Laptop, ein Smartphone und eine stabile Internetverbindung."