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Mit der P&R-Insolvenz droht ein längeres Problem

In Sachen P&R-Insolvenz ist mit einem komplexen und langwierigen Verfahren zu rechnen. Was können betroffene Anleger tun?

Qualifizierte Unterstützung in Anspruch nehmen und möglichst planvoll vorgehen

Glück im Unglück haben - das hört sich auch im Zusammenhang mit dem Ausfall von Investments eher sarkastisch an. Allerdings gibt es doch Unterschiede, wie Anleger in Sachen P&R-Insolvenz gerade erfahren müssen. Konnte noch Anfang April hoffnungsvoll ein Vergleich mit der jüngsten Magellan-Container-Insolvenz und einem relativ glimpflichen Ausgang für Anleger gezogen werden, tun sich mit den Folgeinsolvenzen der verbleibenden Gesellschaften durch den Insolvenzverwalter neue Verlustrisiken auf. Denn in diesen Gesellschaften tummeln sich die jüngeren Investments, die bis jetzt nur wenig Erträge an die Investoren geleistet haben.

Die P&R-Insolvenz zieht mittlerweile weite Kreise

Zumal sich die Anzeichen mehren, dass unabhängig vom bisher eigentlich seit Jahrzehnten relativ guten Ruf der P&R-Gruppe doch möglicherweise dunklere Machenschaften am Werk waren. Von Forderungen und Abhängigkeiten ist dergestalt die Rede, als dass ein zumindest seit einiger Zeit schon aktives Schneeballsystem betrieben wurde und damit Anleger-Gelder in Schwester-Unternehmen geflossen sind und nicht in die Anschaffung und das Vermietgeschäft von Schiffscontainern. Es ist nicht erwiesen, aber es drängt sich der Verdacht auf, dass ganz klassisch mit frischem Anlegergeld Löcher aus Altgeschäften gestopft wurden. Nachdem ein Prospekt jüngeren Datums von der BaFin gebilligt und noch bis ins Jahr 2018 hinein im Vertrieb eingesetzt wurde, wächst das Thema P&R-Insolvenz auch in die Politik hinein.

Die auf die Vertretung von Gläubigern spezialisierte Bremer Kanzlei Rechtsanwälte Robert & Kollegen weist außerdem darauf hin, dass eine ordnungsgemäße Planung ein wirksames Management umfassen sollte, auf dessen Basis die Erfolgskontrolle nicht nur laufend, sondern durch Selbstorganisation wachsend sicherzustellen ist. Dieses gilt insbesondere für Verkaufserleichterungen im Rahmen von Investorenprozessen.

Es kommen Erfüllungs- und Schadensersatzansprüche der Gläubiger in Betracht, etwa wegen unzureichender Darstellung der Risiken, ungeprüfter Rentabilität der Investitionen, Marktmanipulationen oder potenzieller Interessenskonflikte usw., wobei die Rechtsprechung zum Teil eine Aufschlüsselung verlangt. Für die rechtliche Prüfung der Forderungsanmeldung sind zunächst die erwartenden Formulare des jeweiligen Insolvenzverwalters von Bedeutung.

Wem gehören die Container?

Wegen der Container kommen grundsätzlich Aussonderungsansprüche für die Eigentümer in Betracht. Ist das Einzeleigentum nicht nachweisbar, führt dieses nicht zur Unwirksamkeit der jeweiligen Verträge wegen fehlender sachenrechtlicher Bestimmtheit, sondern nach der bisherigen Rechtspraxis wohl zur insolvenzrechtlichen Anpassung als Absonderungsansprüche. Damit dürfte der Käufer von Containern so gestellt werden wie eine Bank mit einem Grundpfandrecht und nicht wie ein Grundstückseigentümer.

Die bestehenden rechtlichen Widersprüche und Unklarheiten können durch einen begleitenden Insolvenzplan mit Mehrheitsbeschluss gelöst werden.

Es könnten auf der ersten Gläubigerversammlung Rückforderungsansprüche gegen die Gläubiger durch Mehrheitsbeschluss ausgeschlossen werden. Dieses verlangt Eigeninitiative und Beratung der Gläubigerschaft.

P&R-Insolvenz: Die Bremer Kanzlei Rechtsanwälte Robert & Kollegen unterstützt und berät auch im Zusammenhang mit Gläubigerversammlung und Insolvenzplänen.

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