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Business

PETER LöW Peter Löw in ökologischer Offensive - der Firmensanierer entdeckt seinen grünen Daumen

Peter Löw auf dem Gelände der Orgatreatment Private Ltd. in Nanded/Inden / Quelle: Orgatreatment Private Ltd.

Peter Löw auf dem Gelände der Orgatreatment Private Ltd. in Nanded/Inden / Quelle: Orgatreatment Private Ltd.

Tierfutter aus Fruchtabfällen, Rohöl aus Plastikmüll

Aus Kunststoffmüll und Gärstoffresten entstehen in Löws Anlagen wiederverwertbare Öle / Quelle: TUBIS AG
Jetzt geht Löw auch in die ökologische Offensive – wie immer fast unbemerkt von der Öffentlichkeit. Der Investor aus München hat von dem international agierenden Entsorgungsunternehmen Remondis die Mehrheit der Anteile an der Orgatreatment Private Ltd. in Nanded/Indien übernommen. Bereits 2016 hatte Löw mit seiner Investment-Firma LIVIA in einem Joint Venture mit Remondis in Pune im indischen Bundesstaat Maharashtra ein Werk zur Verwertung von Bioabfällen errichtet.

Die neue Anlage befindet sich neben der größten Orangensaftfabrik Indiens, die von bekannten Investoren wie PepsiCo und Cargill, einem der größten Lebensmittelproduzenten weltweit, finanziert wird. In einem neuartigen Verfahren werden von Orgatreatment Orangen- und andere Fruchtabfälle in Zusatzstoffe für hochwertiges Tierfutter, Dünger und andere Bio-Produkte umgewandelt. Nach einer fünfjährigen gemeinsamen Aufbauphase will Peter Löw die Gesellschaft – nunmehr ohne die Unterstützung der Remondis – zu einem führenden Hersteller von organischen Futtermitteln entwickeln.



Das ist beileibe nicht Löws einziger Schritt in den grünen Kosmos. In Bulgarien hat er mit der Münchner Tubis AG für über 30 Millionen Euro eine Großanlage für die Umwandlung von Plastikmüll in verwertbare Öle errichtet. Ein Investment, das insbesondere in der Region großes Aufsehen erregt hat. Auch die EU unterstützt dieses Projekt als Class-A-Investor.

In Bulgarien gelang es Löws Team in einem eigens entwickelten Verfahren, die erste Anlage weltweit in Betrieb zu nehmen, die in einem Sublimierungsverfahren bis zu 120 Tonnen Öl täglich produzieren kann. Mit dieser Technik hat der LIVIA-Chef Großes vor. Für 2024 sollen weltweit in mehreren hundert Anlagen bereits Milliardenumsätze erzielt werden.

Eine weitere Umwelttechnik hat Löw von der in Schieflage geratenen Firma Gera UG erworben und weiterentwickelt, sodass er nach eigenen Aussagen in der Lage ist, die Gärstoffreste – Abfallprodukte der Biodieselindustrie, die ansonsten in den Verbrennungsanlagen entsorgt werden – aufzubereiten und ebenfalls zu verwertbaren Ölen umzuwandeln. Dieses effiziente System, vom dem sich Löw ein großes Wachstum verspricht, soll zunächst in Deutschland, dann weltweit vertrieben werden.

Sterneküche in historischen Gebäuden

Peter Löw (links) mit seiner Frau Clara und Sternekoch Heinz Hanner im Fine-Dining-Restaurant Berggericht in Kitzbühel / Quelle: AngeloLair
Überhaupt scheint Peter Löw an neuen Themen Gefallen gefunden zu haben. Längst lässt er sich nicht mehr auf das reine Sanierungsgeschäft beschränken, das er weiterhin mit seiner Firma LIVIA betreibt. Er entwickelt darüber hinaus Aktivitäten, die man vor zehn Jahren von ihm nicht erwartet hätte. Löw pflegt nun auch die Kulinarik, insbesondere die gehobene Küche, als neues Geschäftsfeld. So hat er im Frühjahr 2021 zusammen mit den Sterneköchen Heinz Hanner und Marco Gatterer das Fine-Dining-Restaurant Berggericht in Kitzbühel eröffnet, das inzwischen nicht nur die erste Adresse im weltberühmten Wintersportort sein dürfte, sondern von manchen schon als bestes Restaurant Tirols gehandelt wird.

Mit Steffen Szabo hat er einen weiteren Sternekoch in sein Team geholt, mit dem er auf dem restaurierten Schloss Frankenberg am Steigerwald noch im kommenden Dezember das "Le Frankenberg", ein weiteres Spitzenrestaurant, eröffnen wird. Und in Südafrika hat er mit Sternekoch Bertus Basson ebenfalls einen Künstler am Herd engagiert, der ab November in Stellenbosch (Kapregion) das Fine-Dining-Restaurant Claras Barn mit einer Küche auf Weltniveau leiten wird.

Da ist es kaum verwunderlich, dass der umtriebige Gastro-Unternehmer Löw auch zwei Weingüter – das drittälteste Weingut Südafrikas Vergenoegd Löw in Stellenbosch sowie das prämierte Weingut Schloss Frankenberg am Steigerwald – in seinem Portfolio hat. Beide Betriebe haben einen bemerkenswerten historischen und somit kulturellen Hintergrund, ein Hinweis auf eine weitere Aktivität des Münchner Unternehmers.

Mit dem von ihm gegründeten European Heritage Project (EHP) erwirbt Löw überall in Europa zahlreiche Burgen, Schlösser und andere Kulturdenkmäler, die vor dem Verfall stehen, und lässt diese aufwendig wieder restaurieren, wie etwa zwei Palazzi am Canal Grande in Venedig. Sein jüngstes von 14 Projekten: In Lauffen bei Bad Ischl (Österreich) wird Löw einen ganzen historischen Ortskern detailgetreu renovieren.

Literatur als neuestes Betätigungsfeld


Der Unternehmer Peter Löw hat eine einfache, aber überaus wirksame Triebfeder: "Eine ungeheure Neugier auf die Welt". Letztendlich hat sie ihn auch zur Literatur getrieben. Nach verschiedenen Sachbüchern sind innerhalb der vergangenen 18 Monate gleich drei Werke des Buchautors Peter Maria Löw erschienen. Zum einen "Flusenflug. Bekenntnisse eines Firmenjägers", zum anderen "Jungenhaft – von einem der auszog ...", das gerade im Osburg Verlag auf den Markt gekommen ist. Beide Bücher haben autobiografische Inhalte und befassen sich mit Löws Arbeit als Sanierer beziehungsweise dem nicht immer einfachen Weg dorthin.

Richtiges Neuland für Löw ist das dritte Buch, die Novelle "Der Freund", sein erstes belletristisches Werk. Für Löw "ein Abenteuer, wieder eine neue Erfahrung", die seine grundlegende Überzeugung belegt, "dass jeder einzelne Mensch in der Lage ist, Herausforderungen zu meistern, die scheinbar weit über seine Kräfte gehen".

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