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Ein polizeiliches Führungszeugnis kann auch online beantragt werden

Ein Führungszeugnis - früher auch polizeiliches Führungszeugnis genannt - gibt Auskunft über die registrierten Vorstrafen einer Person. Ob und wie lange eine Vorstrafe im Führungszeugnis aufgelistet ist, kommt auf die Straftat und die Art des Führungszeugnisses an. Seit kurzem kann dieses Dokument auch online beantragt werden.

Polizeiliches Führungszeugnis - von privat bis erweitert

Ein Führungszeugnis wird in der Regel dann benötigt, wenn der Arbeitgeber sichergehen möchte, dass beim zukünftigen Mitarbeiter keine Vorstrafen vorliegen. Zuständig für die Ausstellung dieses Dokuments ist das BfJ (Bundesamt für Justiz). Insgesamt gibt es vier unterschiedliche Arten des Führungszeugnisses - je nachdem, welchem Zweck das Dokument dienen soll bzw. welche Informationen dabei im Vordergrund stehen sollen.

Wenn schlicht von einem Führungszeugnis die Rede ist, ist meist das private Führungszeugnis gemeint. Wie der Name bereits verrät, dient es privates Zwecken bzw. einem privaten Arbeitgeber. Für behördliche Zwecke existiert das Behördenführungszeugnis. Das Besondere daran ist, dass es auch verwaltungsbehördliche Entscheidungen enthält - etwa Informationen über einen Entzug des Gewerbescheins. Anders als das private Führungszeugnis wird es nicht an die private Adresse, sondern an die Behörde gesendet, die bei der Beantragung des Zeugnisses angegeben wurde.

Hinzu kommen zwei Arten des erweitertes Führungszeugnisses. Zunächst gibt es das erweiterte Führungszeugnis für Personen, die im Kinder- und Jugendbereich tätig sind. Damit das Amt die Beantragung bearbeiten kann, muss seitens der entsprechenden Stelle oder Einrichtung eine schriftliche Bestätigung über die Notwendigkeit eines solchen Führungszeugnisses vorliegen. Schließlich gibt es ein erweitertes Führungszeugnis für in Deutschland lebende Personen, die Bürger eines anderen Mitgliedstaates der EU sind. Erweitert bedeutet in diesem Zusammenhang, dass in einem solchen Führungszeugnis auch im Herkunftsland des Betreffenden begangene Straftaten aufgeführt sind.

Welche Vorstrafen werden aufgeführt?

Ein polizeiliches Führungszeugnis kann auch online beantragt werden
Polizeiliches Führungszeugnis
© Björn Wylezich // fotolia

Wie lange eine Straftat im Führungszeugnis aufgeführt wird, hängt ganz von ihrer Schwere und dem verhängten Urteil ab. Grundsätzlich gilt das Gleiche wie für Eintragungen im Zentralregister: Je höher die Strafe, desto länger bleibt sie im Führungszeugnis. Wenn etwa eine lebenslange Haftstrafe verhängt wurde, so wird sie auch ein Leben lang im Führungszeugnis aufgeführt. Eine Ausnahme bilden hier erweiterte Führungszeugnisse - in ihnen werden auch Straftaten angegeben, die aufgrund von Fristen nicht mehr im privaten Führungszeugnis auftauchen. Gleiches gilt im Falle einer angeordneten Sicherungsverwahrung oder einer vom Gericht angeordnete Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

Bequem von zu Hause aus beantragen

Bislang gab es nur eine Möglichkeit, ein Führungszeugnis zu beantragen: Man musste persönlich bei der zuständigen Meldebehörde erscheinen, einen Ausweis oder Reisepass vorlegen und den entsprechenden Antrag ausfüllen. Eine schriftliche Beantragung war zwar möglich, allerdings nur in Ausnahmefällen und zudem mit viel Aufwand verbunden. Seit 2016 besteht allerdings die Möglichkeit, das Führungszeugnis auch online zu beantragen. Wie dies genau funktioniert, wird Schritt für Schritt in einem E-Book Online-Wegweiser für jeden verständlich erklärt.

Im Übrigen lässt sich auch eine vorzeitige Nichtaufnahme von Verurteilungen in das Führungszeugnis beantragen. Die Hürden dafür sind allerdings hoch: Neben einer guten Begründung muss dafür auch die vollständige Lebenssituation dargestellt werden.

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