Finanzen

ZAHLUNGSAUSFALL Betrugsprävention: Zahlungsausfälle vermeiden, Geschäft ermöglichen

BETTERTRUST GmbH

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Die Digitalisierung und der rasante technische Fortschritt erleichtern und beschleunigen nicht nur Prozesse für Unternehmen und Kunden - auch für Kriminelle ergeben sich neue Möglichkeiten: Wenn es darum geht, immer neue Betrugsmethoden zu entwickeln und erfolgreich anzuwenden, kennt die Phantasie kaum Grenzen: Identitäten werden gestohlen oder gefälscht, Kundenkonten manipuliert oder falsche Lieferadressen angegeben. Eine systematische Betrugsprävention sollte daher auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen als fester Bestandteil in die Geschäftsprozesse integriert werden.

Zahlungsausfall vermeiden

Betrug gehört zu den am schnellsten wachsenden Delikten im Internet. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik waren 2017 rund 74 Prozent aller Straftaten, die mit dem Tatmittel Internet begangen wurden, Fälle von Betrug (zum Beispiel Warenbetrug, Warenkreditbetrug oder Leistungskreditbetrug). Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen. Die Tatsache, dass eine Zahlung ausbleibt oder der Kunde nicht auf Zahlungsaufforderungen reagiert, ist allein noch kein Verdachtsmoment, daher wird Betrug oft erst mit erheblicher Zeitverzögerung erkannt - etwa im Rahmen eines Inkassoprozesses, wenn festgestellt wird, dass der vermeintlich säumige Kunde gar nicht oder zumindest nicht unter der angegebenen Anschrift existiert.

Bei der Bekämpfung von Betrug nimmt Deutschland aufgrund seiner wirtschaftlichen und datenschutzrechtlichen Bedingungen eine Sonderrolle ein. Betrugsmuster im Ausland ähneln zwar den hiesigen, jedoch bietet Deutschland aufgrund der hohen Kaufkraft und der verlässlichen Infrastruktur Betrügern besonders günstige Bedingungen für kriminelle Transaktionen. Auch die hierzulande übliche und von Käufern erwartete Möglichkeit des Rechnungskaufs ist in anderen Ländern nicht selbstverständlich. Allerdings: Unternehmen, die ihren Kunden diese kundenfreundliche Bezahloption nicht anbieten, haben es schwer, sich im Wettbewerb zu behaupten, und büßen Umsatz ein.

Durch die Digitalisierung haben sich die Betrugsfälle verlagert und professionalisiert. Gab es früher viel mehr bewaffnete Überfälle, brauchen Kriminelle heute keine Strumpfmaske mehr, sondern lediglich die entsprechende technische Ausstattung und technologisches Können. Grob lassen sich Betrugsarten in drei Kategorien einteilen:

1. Beim First Party Fraud oder Eingehungsbetrug täuscht der Betrüger vorsätzlich die Absicht vor, die vertraglich vereinbarten Zahlungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen, ohne dies jedoch zu wollen oder zu können.

2. Beim Identitätsbetrug, auch Third Party Fraud genannt, werden fiktive Identitäten oder personenbezogene Daten einer natürlichen Person von Betrügern missbräuchlich genutzt. Von dieser Betrugsart sind vor allem Unternehmen betroffen, die Waren oder Dienstleistungen über das Internet vertreiben. Die Betrüger geben bei der Bestellung fiktive Personendaten an oder verwenden die Daten einer anderen, real existierenden Person, um ihre eigene Identität zu verschleiern. Die bestellten Waren oder Leistungen werden nicht bezahlt und die Unternehmen bleiben auf den Verlusten sitzen, da der Betrüger nicht zu identifizieren ist. Opfer sind beim Identitätsbetrug sowohl das Unternehmen, das durch betrügerische Bestellungen Zahlungsausfälle zu verbuchen hat, als auch die real existierende Person, deren Identität missbraucht wird und die zum Beispiel fälschlicherweise Mahnschreiben erhält. Werden durch das Unternehmen selbst oder ein beauftragtes Inkasso-Unternehmen zu der betroffenen Person auch noch negative Eintragungen in ein Schuldnerverzeichnis vorgenommen, bedeutet dies für Verbraucher zumindest kurzzeitig Einschränkungen im Geschäftsleben. Dem Unternehmen wiederum, das den falschen Eintrag veranlasst hat, droht ein Imageverlust.

3. Beim sogenannten Account-Take-Over ("Konto-Übernahme") verschaffen sich Betrüger Zugriff auf ein bestehendes Kundenkonto und bestellen im Namen des bekannten Kunden Waren an eine abweichende Lieferanschrift beziehungsweise führen Transaktionen aus. Im Visier von Kundenkontobetrügern sind vor allem Online-Versender im B2C- und B2B-Handel, Payment- oder auch Shipping-Service-Provider.

Kunde oder Betrüger? Verdachtsmomente

Jedes Unternehmen sollte grundsätzlich wachsam sein und nicht der fälschlichen Annahme erliegen, Betrug betreffe stets die anderen. Oft genügt es schon, einige Indizien im Auge zu behalten, um mögliche betrügerische Vorgänge zu erkennen und sich vor Zahlungsausfällen zu schützen. Auch kleine und mittelständische Unternehmen können mit vergleichsweise wenig Aufwand auf ein paar entscheidende Faktoren achten, um sich vor Betrugsversuchen zu schützen:

Der Warenkorb

Beim Online-Vertrieb bieten der Warenkorb und seine Zusammensetzung bereits einige Indikatoren für eine Betrugsabsicht. Werden vor allem besonders teure Waren oder zahlreiche ähnliche Waren mit hohem Wiederverkaufswert innerhalb kurzer Zeit bestellt, sollten sich Online-Händler den potenziellen Kunden hinter der Bestellung genauer anschauen.

Namen und Schreibweisen

Naturgemäß zeichnen sich Betrüger durch eine geringe Bereitschaft zur Angabe von persönlichen Daten aus. Oder sie bauen hierbei vorsätzlich "Tippfehler" ein oder vertauschen Buchstaben/Ziffern. Oft werden auch Mehrfach-Bestellungen innerhalb kurzer Zeit durchgeführt. Zahlungsausfälle oder sonstige Auffälligkeiten werden hierbei geschickt verschleiert, da die Angaben nicht (automatisch) beim betroffenen Händler derselben Person zugeordnet werden können.

Lieferadresse

Grundsätzlich ist es zwar kein verdächtiger Vorgang, wenn sich Kunden Waren an eine von der Rechnungsadresse abweichende Lieferadresse, zum Beispiel ins Büro oder die Wohnung eines Freundes, liefern lassen. Doch bei Erstbestellern oder wenn der Warenkorb wie oben erwähnt teure Waren mit hohem Wiederverkaufswert enthält, ist Vorsicht geboten.

Zahlungsausfall vermeiden

Zahlungsausfall vermeiden

Wie können sich Unternehmen schützen?

Zur Prävention von Identitäts- und Rechnungsbetrug sollten sich Unternehmen grundsätzlich überlegen, wie sie (Neu-)Kunden behandeln wollen. Welche Bezahlarten sollen angeboten werden und sollten diese gegebenenfalls je nach Höhe des Warenwerts angepasst werden? Welches Risiko ist vertretbar? Will man den Kunden ermöglichen, an von der Rechnungsadresse abweichende Lieferadressen zu bestellen? Im Spannungsfeld zwischen der Vermeidung von Betrug und dem einfachen Ermöglichen von Geschäft kommt dem Risikomanagement eine entscheidende Rolle zu - denn idealerweise sollte ein funktionierendes Risikomanagement die Annahmequote steigern und nicht senken. Die Auswertung von selbst erhobenen Kundendaten ist bei Bestandskunden ein erster wichtiger Schritt zur Vermeidung von Zahlungsausfällen und Betrugsprävention. Doch vor allem bei Neukunden ist eine Einschätzung meist schwierig, da außer den Angaben, die der Kunde selbst macht, keine weiteren Informationen oder Erfahrungen vorliegen. Bonitäts- und Identitätsauskünfte von entsprechenden Dienstleistern sind daher ein wichtiges Mittel zur effektiven Betrugsprävention.

Die SCHUFA kann zum Beispiel zu sechs Millionen Unternehmen und rund 67,7 Millionen Privatpersonen, und damit zu praktisch jedem in Deutschland wirtschaftlich aktivem Verbraucher, valide Informationen zu Bonität und Identität liefern. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob ein (Neu-)Kunde bereits bei anderen Unternehmen Zahlungsausfälle verursacht hat oder ob eventuell sogar Schuldnerverzeichnis- oder Insolvenzinformationen vorliegen. Auf Basis dieser Informationen kann dann festgelegt werden, ob eine Geschäftsbeziehung eingegangen wird und wenn ja, welche (für den Händler) sicheren Zahlarten angeboten werden sollen. Eingehungsbetrug kann so verhindert werden, Geschäft wird dennoch ermöglicht. Neben der Prüfung von Neukunden ist auch ein regelmäßiges Monitoring der Bestandskunden Teil eines effektiven Risikomanagements, denn auch bei bereits bekannten Kunden können sich entscheidende Informationen, zum Beispiel in Bezug auf die Bonität, ändern, über die man als Unternehmen informiert sein muss.

Auch für das B2B-Geschäft kann die Auskunftei fundierte, valide Wirtschaftsauskünfte erteilen. Ein besonderer Vorteil hierbei: Die Auskünfte liefern nicht nur Informationen über das Unternehmen selbst, sondern auch über die Personen, die hinter dem Unternehmen stehen. Das ist besonders bei den kleinen und mittleren Unternehmen wichtig, die einen Großteil des B2B-Geschäfts in Deutschland ausmachen. Eine neu gegründete GmbH etwa ist in der Regel ohne Negativmerkmale, das gilt aber nicht immer für die Personen, die das Unternehmen führen. Hat es hier zum Beispiel Insolvenzen gegeben, sollte man dies als Kreditgeber wissen.

Auch die Identität eines Kunden kann durch Informationen der SCHUFA verifiziert werden. Durch das sogenannte Gegenseitigkeitsprinzip melden Unternehmen neben negativen Informationen zu Zahlungsausfällen vor allem positive Informationen zu bestehenden Geschäftsbeziehungen an die SCHUFA. Wird ein Kunde unter den Angaben zu seiner Person, die er gegenüber dem Händler macht, nicht im Datenbestand der Auskunftei gefunden, sollte dies beim Unternehmen zum Anlass genommen werden, die Identität des Kunden genauer zu prüfen. Auch aktuelle Adressinformationen können so abgeglichen und verifiziert werden.

Betrugsprävention für das Geschäft mit Privatkunden ...

Für das Geschäft mit Privatkunden bietet die SCHUFA Lösungen zur Prüfung der Bonität und Identität. SCHUFA-Auskünfte und Scores informieren über das Ausfallrisiko eines Kunden, sodass der Händler seine Zahlungsoptionen und Konditionen entsprechend anpassen kann. Darüber hinaus prüfen der SCHUFA-IdentitätsCheck und der SCHUFA-KontonummerCheck Identität und Kontonummer eines Kunden, indem die Angaben des Kunden mit dem umfassenden Datenbestand der SCHUFA abgeglichen und so verifiziert werden. Für den gesetzlich vorgeschriebenen Jugendschutz beim Online-Absatz von entsprechenden Produkten hat die SCHUFA mit dem SCHUFA-IdentitätsCheck Jugendschutz eine schnelle, kostengünstige und komfortable Alternative zum PostIdent-Verfahren entwickelt.

... und Firmenkunden

Auch bei Geschäften zwischen Unternehmen spielt die Prüfung des Vertragspartners eine wichtige Rolle. Und egal ob Bonitäts- oder Identitätsbetrug, Betrug wird immer von Personen begangen, nicht von Unternehmen. Entscheidend ist daher, wer hinter einem Unternehmen steht, gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die Wirtschaftsauskünfte der SCHUFA ermöglichen die Prüfung von Unternehmen bei Neu- und Bestandskunden. Durch die Kombination von Unternehmensinformationen mit Informationen zum Inhaber aus der SCHUFA-Personendatenbank kann zum Beispiel auch zu Kleingewerbetreibenden und freiberuflich tätigen Personen eine valide Wirtschaftsauskunft erteilt werden.

Für sämtliche Inhalte ist die SCHUFA Holding AG verantwortlich.